Stromwandler für Photovoltaik-Anlagen
Bei der Strommessung in PV-Anlagen kommen Stromwandler für die Erfassung von Einspeise-, Bezugs- und Verbrauchsströmen zum Einsatz. Hier erfahren Sie, worauf bei Auswahl und Dimensionierung zu achten ist.
Weitere Informationen
Wozu Stromwandler in Photovoltaik-Anlagen?
In PV-Anlagen werden Stromwandler eingesetzt, um hohe Wechsel- und Gleichströme auf ein für Zähler, Energiemanagementsysteme und Schutzeinrichtungen handhabbares Maß zu reduzieren. Typische Einsatzfelder sind die Messung des Einspeise- und Bezugsstroms am Netzanschlusspunkt, die Erfassung des Eigenverbrauchs sowie die Anbindung an Energiemanagementsysteme, die Erzeugung, Verbrauch und Speicherung aufeinander abstimmen.
Worauf bei der Auswahl zu achten ist
- Primärer Nennstrom: richtet sich nach der Absicherung bzw. dem maximal zu erwartenden Strom auf der zu messenden Leitung, nicht pauschal nach der Nennleistung der Anlage.
- Sekundärer Nennstrom: 1 A oder 5 A, je nachdem, welchen Eingang das angeschlossene Messgerät, der Zähler oder das Energiemanagementsystem vorsieht.
- Genauigkeitsklasse: für reine Verbrauchs- und Erzeugungsüberwachung reicht häufig eine allgemeine Betriebsklasse. Für die Abrechnung von Einspeisevergütung oder eine geeichte Verrechnungsmessung sind höherwertige Klassen wie 0,2s oder 0,5s vorgesehen – mehr dazu in unserem Artikel zu Genauigkeitsklassen.
Geeignete Bauformen
Aufsteckstromwandler (ASK) lassen sich nachträglich auf eine bestehende Leitung montieren, ohne diese auftrennen zu müssen – praktisch, wenn PV-Messtechnik im Zählerschrank oder Wechselrichter-Anschlussraum nachgerüstet wird. Wickelstromwandler (WSK) eignen sich eher für kleinere Ströme und beengte Platzverhältnisse, da die Primärwicklung fest verdrahtet wird. Eine ausführlichere Abgrenzung der Bauformen finden Sie in unserem Auswahl-Leitfaden.
Kompatibilität mit Wechselrichtern und Energiemanagementsystemen
Viele Wechselrichter- und Energiemanagement-Hersteller geben für ihre Messeingänge konkrete Vorgaben zu Nennstrom, Bürde und Ausgangssignal vor. Prüfen Sie diese Herstellerangaben vor der Auswahl – wir beraten Sie gerne, welcher Stromwandler zu Ihrer konkreten Systemkombination passt.
Häufige Fehlerquellen
Ein Stromwandler darf sekundärseitig niemals offen betrieben werden, während primärseitig Strom fließt – es können gefährliche Spannungen an den Anschlussklemmen entstehen. Eine zu großzügig dimensionierte Primärstromauslegung führt zudem im Teillastbereich zu einer geringeren Messgenauigkeit, was besonders bei schwankender PV-Einspeisung relevant ist.
Beratung zur passenden PV-Messlösung
Jede PV-Anlage bringt eigene Anforderungen an die Strommessung mit. Kontaktieren Sie uns mit den Eckdaten Ihrer Anlage – wir empfehlen den passenden Stromwandlertyp.