Relais-Normen und Betriebsbedingungen
Nach welchen Normen werden Relais gefertigt und was ist bei Einbaulage, Spannungsspitzen und Ansteuerung zu beachten? Ein Überblick.
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Nach welchen Normen werden Relais gefertigt?
Sofern nicht ausdrücklich anders angegeben, werden die von uns geführten Relais nach folgenden internationalen und europäischen Vorschriften hergestellt:
- EN 61810-1, -2, -7 bei Schaltrelais
- EN 50205 bei Relais mit zwangsgeführten Kontakten
- EN 61812-1 / VDE 0435 T2021 bei Zeitrelais
Für die angegebenen technischen Werte gilt dabei eine Referenz-Umgebung nach EN 61810-1:2004 / VDE 0435 Teil 201: 23 °C Umgebungstemperatur, 96 kPa Luftdruck, 50 % relative Feuchte. Die Toleranz von Spulenwiderstand, Nennstrom und Spulenleistung beträgt ± 10 %.
Sichere Trennung zwischen Spule und Kontaktsatz
Viele unserer Relais bieten eine sichere galvanische Trennung zwischen Eingangskreis (Spule) und Ausgangskreis (Kontakte) – wichtig überall dort, wo Steuer- und Laststromkreise unterschiedliche Spannungsebenen haben. Grundlage dafür sind insbesondere:
- VDE 0106 T 101 – Grundanforderungen für sichere Trennung in elektrischen Betriebsmitteln
- EN 50178 / VDE 0160 – Ausrüstung von Starkstromanlagen mit elektronischen Betriebsmitteln (5,5 mm Luftstrecke, 6,4–8 mm Kriechstrecke)
Arbeitsbereich der Eingangsspannung
Der Arbeitsbereich beschreibt, in welchem Spannungsfenster ein Relais über den gesamten Bereich seiner Klasse bei zulässiger Umgebungstemperatur zuverlässig arbeitet:
- Klasse 1: 80 % bis 110 % der Bemessungsspannung
- Klasse 2: 85 % bis 110 % der Bemessungsspannung
Wichtige Hinweise für den praktischen Einbau
- Einbaulage: bei Verwendung von Haltebügel oder Kunststoffhalteclip beliebig, sofern die jeweilige Relaisserie nichts anderes vorschreibt
- Umgebungstemperatur/Betauung: maßgeblich ist die Temperatur direkt am Relais, nicht die Raumtemperatur – Betauung oder Eisbildung im Relais muss ausgeschlossen sein
- Spannungsspitzenbegrenzung: bei kleineren Relaisbaureihen empfiehlt sich ab einer Spulenspannung von 110 V eine Beschaltung mit Varistor (AC) oder Diode (DC), um Spannungsspitzen beim Abschalten zu begrenzen
- Lange Steuerleitungen / AC-Näherungsschalter: kapazitive Einstreuungen oder kleine Reststromwerte können empfindliche Relais am sicheren Rückfallen hindern – ein Ableitwiderstand von ca. 62 kΩ/1 W parallel zur Relaisspule schafft hier Abhilfe
Fragen zu den Rahmenbedingungen Ihrer Anwendung?
Unsicher, ob Ihre Anwendung eine Sonderausführung braucht? Sprechen Sie uns an – wir prüfen die technischen Rahmenbedingungen gemeinsam mit Ihnen.
Häufig gestellte Fragen
Eine galvanische Trennung zwischen Spule (Eingangskreis) und Kontaktsatz (Ausgangskreis), die nach Normen wie VDE 0106 T101 und EN 50178 definierte Luft- und Kriechstrecken sowie Spannungsfestigkeit einhält – wichtig, wenn Steuer- und Laststromkreis unterschiedliche Spannungsebenen haben.
Häufige Ursache sind kapazitive Einstreuungen bei langen Steuerleitungen oder Reststrom von AC-Näherungsschaltern. Ein paralleler Ableitwiderstand (ca. 62 kΩ/1 W) zur Relaisspule schafft in der Regel Abhilfe.