Genauigkeitsklassen bei Stromwandlern erklärt
Was bedeuten Angaben wie Klasse 0,5 oder 0,2s bei einem Stromwandler? Ein Überblick über die gängigen Genauigkeitsklassen und ihre Einsatzbereiche.
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Was bedeutet die Genauigkeitsklasse?
Die Genauigkeitsklasse gibt die maximal zulässige prozentuale Abweichung des gemessenen vom tatsächlichen Strom bei Nennlast an, definiert nach den einschlägigen IEC-/VDE-Normen (u. a. IEC 61869, VDE 0414). Je niedriger die Klassenzahl, desto genauer die Messung.
Übersicht der gängigen Messklassen
- Klasse 0,1: Präzisionsmessung
- Klasse 0,2 / 0,2s: sehr genaue Messung
- Klasse 0,5 / 0,5s: genaue Messung
- Klasse 1: allgemeine Betriebsmessung
- Klasse 3: grobe Messung
Die "s"-Kennzeichnung: erweiterter Messbereich
Klassen mit dem Zusatz "s" (z. B. 0,2s oder 0,5s) halten die spezifizierte Genauigkeit auch bei sehr geringer Last, deutlich unterhalb des Nennstroms, noch ein. Das ist besonders relevant bei eichfähigen Verrechnungsmessungen oder bei stark schwankenden Strömen – etwa bei der Messung von PV-Einspeiseströmen, siehe unseren Artikel zu Stromwandlern für Photovoltaik-Anlagen.
Schutzstromwandler: eigene Klasseneinteilung
Für Schutzzwecke, etwa zur Ansteuerung von Überstromschutzeinrichtungen, gelten eigene Klassen wie 5P oder 10P. Hier steht nicht die Messgenauigkeit im Nennbetrieb im Vordergrund, sondern ein definiertes Verhalten im Fehlerfall, z. B. bei einem Kurzschluss. Diese Schutzklassen sind nicht mit den oben genannten Messklassen zu verwechseln.
Welche Klasse für welchen Einsatzzweck?
- Eichfähige Verrechnungsmessung: Klasse 0,2s oder 0,5s, siehe auch unsere Verrechnungsstromwandler
- Allgemeine Betriebs- und Verbrauchsmessung: Klasse 1
- Schutzfunktionen: 5P-/10P-Klassen über separate Schutzstromwandler
Fragen zur passenden Genauigkeitsklasse?
Nennen Sie uns Ihren Anwendungsfall – wir beraten Sie zur passenden Klasse und zum passenden Stromwandlertyp.