Stromwandler richtig anschließen
Published on 24 September 2026 · Updated on 25 September 2026
Ein Stromwandler misst nur dann richtig, wenn er in der richtigen Richtung eingebaut und sekundärseitig korrekt verdrahtet ist. Entscheidend sind drei Punkte: Die Primärklemme P1 (K) zeigt zur Einspeisung, die Sekundärklemmen S1 (k) und S2 (l) werden polrichtig an das Messgerät geführt, und der Sekundärkreis darf im Betrieb niemals offen sein. Dieser Artikel erklärt die Klemmenbezeichnungen, den Anschluss Schritt für Schritt und die häufigsten Fehler.
Klemmenbezeichnungen: P1/P2 und S1/S2 (K/L und k/l)
Für die Anschlüsse eines Stromwandlers sind zwei Bezeichnungssysteme verbreitet. Die aktuelle Norm IEC/EN 61869-2 (VDE 0414-9-2) verwendet P1/P2 und S1/S2, auf älteren Wandlern, Schaltplänen und Messgeräten finden Sie noch die Bezeichnungen K/L und k/l nach früherer DIN VDE 0414. Beide meinen dasselbe:
| Anschluss | IEC 61869-2 | alt (DIN VDE 0414) | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Primär, Einspeiseseite | P1 | K | zeigt zur Energiequelle (Netz, Trafo) |
| Primär, Lastseite | P2 | L | zeigt zum Verbraucher |
| Sekundär, Anfang | S1 | k | gleichsinnig zu P1 |
| Sekundär, Ende | S2 | l | gleichsinnig zu P2 |
Als Merkhilfe für die alte Bezeichnung dient „K wie Kraftwerk, L wie Last". „Gleichsinnig" bedeutet: Fließt der Primärstrom bei P1 in den Wandler hinein, fließt der Sekundärstrom im selben Moment bei S1 heraus. Wandler mit mehreren Übersetzungen haben zusätzliche Sekundärklemmen (S1, S2, S3), Wandler mit mehreren Kernen eine vorangestellte Kernnummer (1S1, 1S2, 2S1, 2S2).
Bei Aufsteckstromwandlern und Rohrstabwandlern gibt es keine Primärklemmen: Der Leiter selbst bildet die Primärwicklung, P1 und P2 sind als Markierung auf dem Gehäuse angegeben. Wickelstromwandler dagegen haben eine fest verdrahtete Primärwicklung mit eigenen Anschlussklemmen P1 und P2.
Warum die Messrichtung wichtig ist
Für eine reine Strommessung (Amperemeter) spielt die Einbaurichtung keine Rolle – der Betrag des Stroms bleibt gleich. Sobald aber Leistung oder Energie gemessen wird, also bei Energiezählern, Multifunktionsmessgeräten, Energiemanagementsystemen oder in PV-Anlagen mit Einspeisung, bestimmt die Richtung das Vorzeichen. Ein verkehrt herum eingebauter Wandler oder vertauschte Sekundärleitungen führen dann zu negativer Leistung, falschen Summen im Drehstromnetz oder einer vermeintlichen Einspeisung, wo tatsächlich Bezug stattfindet.
Schließen Sie Stromwandler deshalb immer in Stromflussrichtung an: von K nach L bzw. von P1 nach P2.
Stromwandler anschließen – Schritt für Schritt
- Anlage vorbereiten: Schalten Sie die Anlage spannungsfrei, sofern die Montageanleitung des jeweiligen Produkts dies vorschreibt. Arbeiten an elektrischen Anlagen gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.
- Wandler montieren: Setzen Sie den Wandler so auf Schiene oder Leiter, dass P1 zur Einspeisung und P2 zum Verbraucher zeigt. Bei Wickelstromwandlern wird die Primärleitung entsprechend an P1 und P2 angeschlossen.
- Phasen zuordnen: Im Drehstromnetz muss jeder Wandler genau dem Außenleiter zugeordnet sein, dessen Spannung das Messgerät am zugehörigen Spannungseingang misst (Wandler in L1 an Stromeingang L1 usw.).
- Sekundärleitung verdrahten: Verbinden Sie S1 (k) mit dem Eingang „k" bzw. „S1" des Messgeräts und S2 (l) mit „l" bzw. „S2". Verwenden Sie einen ausreichenden Querschnitt, üblich sind 2,5 mm² oder 4 mm² Kupfer, und halten Sie die Leitung möglichst kurz (siehe Abschnitt „Sekundärleitung und Bürde").
- Erdung herstellen, sofern die TAB des Netzbetreibers sie fordern (siehe Abschnitt „Erdung").
- Kurzschlussbrücke entfernen: Erst wenn der Sekundärkreis vollständig mit dem Messgerät verbunden ist, darf eine gesetzte Kurzschlussbrücke entfernt werden.
- Funktion prüfen: Kontrollieren Sie nach dem Zuschalten Strom und Leistung je Phase. Negative Leistung bei reinem Bezug deutet auf einen verdreht eingebauten Wandler oder vertauschte Sekundärleitungen hin.
Der Sekundärkreis darf nie offen sein
Die wichtigste Sicherheitsregel beim Stromwandler: Der Sekundärkreis muss im Betrieb immer geschlossen sein – über das Messgerät oder über eine Kurzschlussbrücke. Der Grund liegt im Funktionsprinzip. Im Normalbetrieb hebt der Sekundärstrom die Magnetisierung durch den Primärstrom nahezu auf. Ist der Sekundärkreis offen, wirkt der gesamte Primärstrom als Magnetisierungsstrom: Der Kern geht in die Sättigung, an den offenen Sekundärklemmen entstehen gefährlich hohe Spannungsspitzen, und der Wandler kann sich stark erwärmen oder dauerhaft beschädigt werden.
Setzen Sie deshalb vor dem Trennen von Messgeräten im Sekundärkreis stets zuerst eine Kurzschlussbrücke. In Zähler- und Wandlerschränken übernehmen das häufig Wandler-Trennklemmen mit integriertem Kurzschließer, mit denen sich das Messgerät tauschen lässt, ohne den Wandlerkreis zu öffnen.
Erdung: k oder l?
Die Erdung des Sekundärkreises schützt bei einem Isolationsfehler zwischen Primär- und Sekundärseite davor, dass Netzspannung auf die Messleitungen gelangt. In Niederspannungsanlagen ist sie nicht fest vorgeschrieben. Ob und an welcher Klemme geerdet wird, regeln die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) des jeweiligen Netzbetreibers.
Sekundärleitung und Bürde
Die Leitung zwischen Wandler und Messgerät belastet den Wandler zusätzlich zum Messgerät selbst. Beide zusammen dürfen die Nennleistung (Nennbürde, in VA) des Wandlers nicht überschreiten, sonst wird die angegebene Genauigkeitsklasse nicht mehr eingehalten. Der Leitungsanteil wächst mit dem Quadrat des Sekundärstroms:
Leitungswiderstand: R = 2 · l / (κ · A) · Leitungsverlust: P = I² · R
(l = einfache Leitungslänge in m, κ = 56 m/(Ω·mm²) für Kupfer, A = Querschnitt in mm²)
Beispiel: 10 m Entfernung mit 2,5 mm² Kupfer ergeben R = 2 · 10 / (56 · 2,5) ≈ 0,14 Ω. Bei 5 A Sekundärstrom verbraucht die Leitung damit rund 3,6 VA – bei einem 1-A-Wandler dagegen nur etwa 0,14 VA. Für größere Entfernungen zwischen Wandler und Messgerät ist ein Wandler mit 1 A Sekundärstrom deshalb meist die bessere Wahl.
Anschlussklemmen bei Dahms-Stromwandlern
- Schraubklemmen: Die Sekundärklemmen der Standardbaureihen sind vernickelt und mit Kombischrauben ausgestattet.
- Federzugklemme (Cage Clamp): Der CTB hat eine steckbare Federzugklemme für den werkzeuglosen Sekundäranschluss.
- Federzugklemme picoMAX®: beim besonders kompakten Mini-Rohrstabstromwandler CTM.
- Plombierbarkeit: Beim ASK gehören Sekundär-Verschlusskappen zum Lieferumfang, Plombierplatten sind optional erhältlich. Verrechnungsstromwandler werden geeicht und mit Plombe ausgeliefert.
Häufige Fehler beim Anschluss
- Wandler verkehrt herum eingebaut (P1 zur Last statt zur Einspeisung)
- S1 und S2 am Messgerät vertauscht
- Wandler und Spannungspfad unterschiedlichen Außenleitern zugeordnet
- Sekundärkreis beim Gerätetausch geöffnet, ohne vorher kurzzuschließen
- Zu lange oder zu dünne Sekundärleitung – Bürde überschritten, Genauigkeitsklasse nicht mehr eingehalten
- Wandler mit 5 A Sekundärstrom an einem Messgerät mit 1-A-Eingang (oder umgekehrt)
Welcher Wandler passt zu Ihrer Anlage?
Welche Bauform, welcher Primärstrom und welche Genauigkeitsklasse passen, erklärt unser Leitfaden Stromwandler richtig auswählen & dimensionieren. Oder beschreiben Sie uns Ihre Anwendung – nehmen Sie Kontakt auf, wir schlagen den passenden Stromwandler vor.
- current transformer
- mini tube/rod-type current transformer (CTM7)
- tube/rod-type current transformer (ASR)
- plug-on current transformer (ASK)
- high-current transformer (ASKG)
- three-phase current transformer sets (ASRD/ASKD/WSKD)
- split-core current transformer (KBR/KBU)
- wound-type current transformer (WSK)
- summation current transformer (KSU/SUSK)
- protection current transformer (SASR/SASK)
- billing current transformer
- current transformer with integrated transducer (SWMU)
- universal current transformer (AC/DC) (CCT)
- residual current measurement (DACT)
- residual current monitoring (RCM)
- clip-on transducers for current transformers (NMC)
- high-frequency current transformer (XCTB)
- Janitza
- plug-on current transformer w. plug-in terminals & UL approval (CTB)
- high-frequency split-core current transformer (XKBR/XKBU)
- NH current transformer
- EASK
- EASR
- EWSK
- ESUSK
- EASKD
- ECTB
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- InLine II current transformer (ASKL)
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Frequently asked questions
Die mit P1 (früher K) gekennzeichnete Seite zeigt zur Einspeisung, also zum Netz bzw. Transformator, P2 (L) zum Verbraucher. Angeschlossen wird immer in Stromflussrichtung von K nach L (P1 nach P2). Merkhilfe: K wie Kraftwerk, L wie Last.
Das sind die älteren Klemmenbezeichnungen nach DIN VDE 0414: K und L für die Primärseite, k und l für die Sekundärseite. Nach der aktuellen Norm IEC/EN 61869-2 heißen sie P1/P2 und S1/S2. k (S1) und l (S2) werden mit den gleichnamigen Eingängen des Messgeräts verbunden.
Das legen die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) des jeweiligen Netzbetreibers fest. In Niederspannungsanlagen ist die Erdung des Sekundärkreises nicht fest vorgeschrieben.
Dann wirkt der gesamte Primärstrom als Magnetisierungsstrom, der Kern geht in die Sättigung und an den Sekundärklemmen entstehen gefährlich hohe Spannungen. Der Wandler kann sich stark erwärmen und beschädigt werden. Vor dem Trennen eines Messgeräts muss der Sekundärkreis deshalb immer kurzgeschlossen werden.
Für die Aderfarben der Sekundärleitungen gibt es keine Vorgabe. Wichtig ist eine eindeutige Kennzeichnung von S1 und S2 je Außenleiter, passend zum Schaltplan der Anlage.